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Quelle: WAZ-Serie "MACHER IN VELBERT"

"Alles zeigen"

Das ist die Philosophie des Velberter Architekten Michael Krieger. Er führt das Unternehmen, das durch innovative Bäderarchitektur über die Region hinaus bekannt ist, in dritter Generation

Von Isabel Papke




Transparenz: Die Handschrift von Architekt Krieger trägt auch das neue Gebäude an der Grünstraße: In die alte Decke des Kinos wurde ein Loch gefräst, damit man auch in die unten liegende Etage vollen Einblick hat.



"Mein Vater sagte immer: Lass den Blödsinn", aber Michael Krieger konnte es nicht lassen, und wurde ebenso wie Vater und Großvater Architekt. "Es hat mir einfach Spaß gemacht." Und so begann er nach der Schule zunächst eine Schreinerlehre, machte ein Maurerpraktikum und begann schließlich sein Architekturstudium.

"In der Schule mochte ich nur zwei Fächer gerne: Kunst und Sport", und natürlich war "ich auch durch meinen Vater vorbelastet." Er absolvierte sein Studium in Aachen und sammelte dann fünf Jahre praktische Erfahrung bei einem Architekten in Düsseldorf 1989 wurde er dann Partner in der Firma seines Vaters.

Doch das Leben als Architekt hat auch seine Schattenseiten. "Ein Handwerker hat seine geregelten Arbeitszeiten, er fängt um sieben Uhr morgens an und hört nachmittags auf." Einen geregelten Tagesablauf - davon kann Michael Krieger nur träumen: "In diesem Job muss man kreativ sein, und für Kreativität brauche ich Ruhe." Die findet er nicht tagsüber, sondern erst nach Feierabend.

Dennoch, Michael Krieger liebt seinen Job. Und auch die Faszination ist im Laufe der Jahre nicht verloren gegangen. "Es ist einfach toll, kreativ zu arbeiten."

Michael Kriegers Philosophie ist: "Alles zeigen," wobei er von der Technik und Statik spricht, die er in seiner Architektur als Stilelement nutzt und nicht versteckt. Der Job ist immer abwechslungsreich und man steht ständig vor neuen Herausforderungen", etwas, dass den Unternehmer reizt. "Es ist schön, wenn man dann Lösungen findet." Aber auch, dass ständig neue Aufgaben auf den Architekten zukommen und die eigene Architektur eine Stadt prägt, findet er faszinierend.

Einer Mode dürfe die Architektur jedoch nicht unterworfen sein, auch wenn jeder Architekt natürlich seine eigene Handschrift habe. Aber es gibt Trends, die sich auch aufgrund der technischen Möglichkeiten entwickeln. So wird bei heutigen Gebäuden die "transparente Architektur" bevorzugt. Dabei werden zeitgemäße Materialen wie Glas und Stahl verwendet.

Genau, diese Materialien sind im heutigen Firmensitz zu finden. Das Gebäude an der Grünstraße war früher ein Kino "Wir haben auf den Altbau über Aldi einfach noch ein Gebäude aufgestockt", erinnert er sich." Hier wird mit Gegensätzen gespielt: Die dicken Altbauwände stehen im Kontrast zum modernen Glas und Stahl. Auch die Technik wird hier nicht versteckt, sondern bewusst gezeigt.

Ohnehin setzt Krieger in seinem Büro auf die neuesten Standards. Die Kühldecken sorgen dafür, dass es im Gebäude auch an heißen Sommertagen schön kühl bleibt. Die Treppen sind durchsichtig, und von der oberen Etage kann man auf die tiefer liegende Etage hinabblicken "Wir haben in die Decke des alten Kinos ein Loch gefräst." So wird die Transparenz auch hier konsequent durchgezogen. Auch die Türen der Büros stehen immer offen - und bieten somit auch Transparenz bei der Arbeit.






Tradition

Das Architektur- und Ingenieurbüro Krieger wurde 1932 von Karl Krieger gegründet unter seiner Leitung entstanden zahlreiche Wohn- und komplexe Industriegebäude. 1950 übernahm Friedhelm Krieger das Büro und legte den Schwerpunkt durch seine Dissertation "Neue Wege im Bau von Spiel- und Sportstätten" neu. Seit 2000 befindet sich das Unternehmen an der Grünstraße.



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