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02.04.2011, Lippstadt am Sonntag

Rat stellt einstimmig die Weichen für das geplante Kombibad, bei der Zahl der Bahnen erzielen die Fraktionen aber keine Übereinstimmung
"Jetzt auf Bau gepolt"

Lippstadt(-ger). Der Ratsbürgerentscheid ist baden gegangen, das Kombibad kommt: Einstimmig hat das Stadtparlament am Montagabend in seiner mit Spannung erwarteten Märzsitzung der Errichtung eines neuen Hallen-/Freibades am Standort Jahnplatz zugestimmt. Lediglich bei der Ausstattung des Schwimmerbeckens gingen die Meinungen auseinander. FDP und Linke votierten gegen die mehrheitlich auch vom Sportausschuss gewünschte sechste Bahn - wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Ebenfalls nicht damit einverstanden war Bürgermeister Christof Sommer. Die Verwaltung wollte eine Ausgabensteigerung nur tragen, wenn die zusätzlichen Investitionskosten von voraussichtlich 268.000 Euro vollständig von Dritten aufgebracht werden. Sie stützte sich dabei auf die Beschlusslage im Aufsichtsrat der Stadtwerke.
Statt der vom Chefkassenwart der Kommune, Rainer Strotmeier, angeregten Erhöhung der Grundsteuer B, wollte sich Linke-Sprecher Michael Bruns nicht festlegen, sondern brachte ganz allgemein die Erhöhung von Gemeindesteuern ins Gespräch.
Das hielten die Linken für völlig falsch, weil die Stadtwerke über den Verzicht auf die diesjährige Freibadsaison ausreichend Mittel einsparten. An dieser Stelle stellte Hans-Joachim Kayser fest, dass die SPD-Fraktion die Schließung des Freibades nur mittrage, damit möglichst rasch mit dem Projekt begonnen werden könne. "Für Einsparungen macht die SPD das nicht", unterstrich Kayser.
Eingangs hatte Bürgermeister Sommer nachdrücklich für das Vorhaben geworben. Das Jakob-Koenen-Hallenbad sei über kurz oder weniger lang abgängig. Deshalb müsse eine Nachfolge geklärt werden, andernfalls drohe eine "Nulllösung". Mit dem Neubau sichere die Stadt das Schulschwimmen, bediene den Vereinssport und biete breiten Kreisen ein attraktives Familienbad an. Die Alternativen: Entweder für viele Millionen die alte Technik wieder ertüchtigen oder in absehbarer Zeit das Hallenbad aufgeben. Wie viel höher die Mehrbelastung für den städtischen Haushalts nach dem Bau des Kombibades sei, könne gegenwärtig noch gar nicht beziffert werden, dafür müsse der Betrieb erst aufgenommen werden, erläuterte der Verwaltungschef. Sommer gewichtete den Neubau als "rechtzeitige Ersatzbeschaffung" und notwendigen Beitrag zur Infrastruktur der Stadt.
Werner Bresser (CDU) machte seine Stellungnahme kurz. Die Union sei für die sechste Bahn, etwaige Mehrkosten für den Bau über die veranschlagten Gesamtausgaben von 11,5 Mio. Euro (ohne Planung) sollten sukzessive aus der Sportpauschale entnommen werden.
Mit dem Beschluss hat der Rat der Stadt zugleich dem Verkauf des Geländes des bestehenden Hallenbades zugestimmt.

Unmittelbar nach der historischen Abstimmung im Stadtparlament hat der anschließend tagende Aufsichtsrat der Stadtwerke mit der Umsetzung der Entscheidung begonnen. Danach wird die Beschlusslage auf eine sechste Bahn erweitert, die Restlaufzeit des Freibades sofort beendet, der Wirtschaftsplan des Unternehmens für 2011 angepasst und die Freigabe der Geldbeschaffung erteilt. Stadtwerke-Chef Siegfried Müller: "Wir sind jetzt auf Bau gepolt." Mit ersten vorbereitenden Arbeiten hat das Unternehmen bereits tags darauf begonnen.


Quelle: Lippstadt am Sonntag



31.03.2011, Der Patriot

Kombibad: Bereits am Tag nach Ratsabschluss Gespräche mit Banken geführt. Abbruch und Demontage beginnen parallel zur Ausschreibung
der Roharbeiten.
Eröffnung im Frühjahr 2013

Der Baubeschluss des Stadtrats war erst einige Stunden alt, da trafen sich die Planer des Kombibades bereits auf dem Freibad-Gelände, um das weitere Vorgehen abzustimmen - Bäder-Architekt Christoph Rahrbach, Stadtwerke-Prokurist Wilfried Oevel und Betriebsleiter Martin Sandknop. Schon in der kommenden Woche sollen die Baumfällarbeiten über die Bühne gehen, danach steht der Abbruch des alten Technikgebäudes und der Pommesbude an. Abgerissen wird auch der auf dem Foto zu sehende Teil des 50-Meter-Beckens. Im August soll Baubeginn fürs Kombinat sein.

Lippstadt. Am Montagabend hatte der Stadtrat einstimmig den Bau des Kombibads beschlossen, einen Tag später führte Stadtwerke-Chef Siegfried Müller bereits die ersten Gespräche mit einer Handvoll Banken zur Finanzierung des Millionen-Projekts. Die Zeit drängt, Müller rechnet mit steigenden Zinsen – und bei einem mit 13,5 Mio. Euro kalkulierten Projekt wirkt sich ein halbes Zins-Prozent mehr oder weniger schon deutlich spürbar aus. "Wir wollen die Niedrigzins-Phase schnell mitnehmen", begründet Müller die Eile.

Auch sonst drücken die Bad-Planer aufs Tempo. In der nächsten Woche werden diejenigen Bäume gefällt, die dem neuen Bad im Weg stehen - darunter auch eine prächtige alte Eiche.
Dann trifft sich Architekt Christoph Rahrbach auch mit dem Planer der Außenanlagen.

Bevor neu gebaut werden kann (Baubeginn soll im August sein), muss abgerissen werden: Neben Imbissbude und Technikgebäude werden eine Hälfte des 50-Meter-Beckens sowie Nichtschwimmer- und Planschbecken dem Erdboden gleich gemacht. Bei den abgängigen Schwimmbecken wird der so genannte (bis einen halben Meter tief) Beckenboden perforiert, damit das Regenwasser künftig versickern kann.
Parallel zu den Abbruch- und Demontagearbeiten erfolgt laut Rahrbach die Ausschreibung der Rohbauarbeiten für den Neubau. Stadtwerke-Chef Müller rechnet mit einer Bauzeit von 10 bis 20 Monaten. Die Eröffnung des Kombibads könnte
dann - falls alles glatt läuft - im Frühjahr 2013 stattfinden.

Dass die Planer Gas geben, zeigt auch der Umstand, dass das Projekt spätestens Anfang kommender Woche im Europäischen Anzeiger bekannt gegeben wird - wodurch noch mal 16 Tage Zeit gewonnen würden.


Quelle: Der Patriot, Lippstädter Zeitung



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