| Neubau Hallensportbad in Neckarsulm
Wettbewerb, 2. Preis
In Anlehnung an die traditionelle Bauweise am Weinberg wählte der Planer Material und Bauform des Gebäudes. Das Bad versteht sich als Landschaftsfenster und öffnet sich Richtung Norden zum Weinbergpanorama sowie Richtung Süden zur Stadtsilhouette.
Durch die Verwendung filligraner Konstruktionen und Materialien soll eine helle und lichte Atmosphäre entstehen, die durch den Einsatz von natürlichen und künstlichen Lichtumlenkungen mit reflektierenden Lichtlenkdecken gesteigert wird. In allen Bereichen ist es Ziel eine größtmögliche, übergreifende Offenheit zu erreichen, die in ihrer Konzeption unterschiedliche Nutzungsvarianten zulässt. Das vorgegebene Raumprogramm wurde funktional und wirtschaftlich umgesetzt, um optimale Betriebsergebnisse zu erzielen und das in heiterer freizeitorientierter Atmosphäre - innerhalb des Weinberges - die dem Sport zu hohen Leistungen verhilft.
Optimierte Tageslichnutzung
Das Gebäude soll hinsichtlich seiner Beleuchtung mit einem größtmöglichen Anteil einer Tageslichtnutzung versehen werden. Durch intelligente Nutzung des Tageslichts kann Energie hinsichtlich künstlicher Beleuchtung eingespart und Räumlichkeiten vor sommerlicher Überhitzung geschützt werden.
Dazu haben wir in Zusammenarbeit mit einem Tageslichtplaner konzeptionelle Vorbetrachtungen erarbeitet, die Ihnen einen Einblick in die Möglichkeiten der Tageslichtnutzung geben sollen. Um im Weiteren Planungsverlauf die Aufgabenstellung zu konkretisieren, ist es notwendig, dass Gesamtgebäude einer Tageslichtsimulation zu unterziehen. Nur mit Hilfe einer Simulation lassen sich die dynamischen Einflüsse bestimmen und eine für den Baukörper optimale Tageslichtnutzung erarbeiten.
Das Gebäude ist mit seiner Hauptfassade aus der Schwimmhalle heraus Rich-tung Süden ausgerichtet. Dem Zuschauer bietet sich von den Tribünen aus ein freier Blick ins Tal. Die Konzeption sieht vor, das die südlich und westlich ausgerichtete Fassade in der Schwimmhalle und die östlich ausgerichtete Fassade im Foyer mittels Licht Lenklamellen versehen, die fest zwischen der Isoliervergla-sung installiert sind. Die Licht-Lenkelemente sind so konzipiert, dass:
Ein ungehinderter Blick von Innen nach Außen immer gegeben ist
Lichtumlenkung zur Raumtiefenausleuchtung gegeben ist
Entblendete Lichtumlenkung im unteren Fensterbereich gegeben ist
Sehr gute Reflexion der überhitzenden Sommersonne gegeben ist
Zur Verstärkung der Lichtlenkung sind im Schwimmhallenbereich, oberhalb der Wasserfläche wartungsfreie Lichtlenkdecken vorgesehen, sodass das einfallende, umgelenkte Licht senkrecht nach unten auf die Wasserfläche umgelenkt wird. Die Lichtlenkdecke besteht aus speziellen Streckmetallplatinen, die je nach Ab-stand zur Fassade unterschiedliche Anstellwinkel haben. Diese Systematik wird auch im Fall einer Kunstlichtbeleuchtung beibehalten.
Die nach außen zeigende Lamellenunterseite ist mit einer mattweißen Spezial-beschichtung versehen, die ein Reflexionsvermögen von ca. 86 % besitzt. Hierbei besteht auch die Möglichkeit, bei voller Funktionalität der Lichtumlenkung, eine Projektion von Bildern und Filmen von Außen auf die Lamellen.
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