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| Key Figures and Facts Start of Construction _ October 2008 Completion _ July 2010 Construction Costs _ ca. 12.5 Mio. EUR* Project Manager _ Christoph Rahrbach Water areas _ 1517 m² * excl. VAT, CG 200-600 Room Programme |
| Old Façon New Face In 1909, the Jugendstil complex designed by the architect August Buxbaum opened its doors. Following its partial destruction in the War and reconstruction in the 60 s, a modern range of leisure services is now to be created. The idea: A new shell is to be constructed in the old style on the structural grid of the original ladies bath. Transparency of glass, staged in a modern fashion a bathing and wellness landscape that safeguards the historical aspect for the town and simultaneously creates the space for the needs of modern life. |
8. February 2008, FAZ.NET Jugenstilbad Darmstadt 12. August 2007 Nikolaus Heiss kann sich über seine Darmstädter nicht beklagen. Als Ende vergangenen Jahres klar war, dass die 18 Millionen Euro für den Umbau des alten Zentralbades zum modernen Jugendstilbad nicht ausreichen würden, um auch die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Turmhaube zu rekonstruieren, riefen Darmstadts Denkmalpfleger und Stadtrat Klaus Feuchtinger (Die Grünen) kurzerhand eine Spendenaktion ins Leben. Es dauert nicht lange, da meldete sich die Unternehmerfamilie Merck und stellte 100.000 Euro zur Verfügung. Leider fehlte Heiss im Spring immer noch Geld für jene Jugendstillampen, die das Zentralbad bis zur schlimmen Brandnacht 1944 erleuchtet hatten. "Restaurierte Räume mit modernen Lampen, das kann nicht sein", sagte sich Darmstadts Denkmalschützer. Und was tat er? Richtig, er startete eine Spendenkampagne. Und auch sie war, wie sich jetzt zeigt, sehr ergiebig: Rund 130 Bürger griffen in die Tasche und brachten knapp 30.000 Euro auf. Isolde Nees erhöhte diese Summe im Namen des Altstadtvereins um weitere 15.000 Euro. "Die Erinnerung an die im Krieg zerstörte Altstadt ist unser wichtigstes Vereinsziel", sagte die Vereinsvorsitzende zur Begründung. Mit den 45.000 Euro ist, wie Heiss versichert, nun eine adäquate Beleuchtung den neuen Bades garantiert. Nach Stand der Dinge werden von dem Otzberger Kunstschmied Schorsch Wolf insgesamt 80 Leuchten nach historischem Vorbild rekonstruiert, darunter größere Kronleuchter vier Ring und insgesamt 58 Deckenleuchten. Ein Exemplar, das Wolf nach alten Fotoaufnahmen bereits angefertigt hat, war bei der Spendenübergabe auf der Schwimmbad-Baustelle zu besichtigen: ein rund 40 Kilogramm schwerer, aus Stahl gefertigter Ausleger für die sogenannten Behrensleuchten. Städtische Badeanlage 1909 eröffnet Peter Behrens, ursprünglich zum Maler ausgebildet, mutierte in Darmstadt zum Architekten und baute sich als Mitglied der Künstlerkolonie 1901 das bis heute erhaltende Behrens-Haus auf der Mathildenhöhe. Später machte er als Mitglied im künstlerischen Beirat der AEG auch als Industriedesigner Karriere. Kein Wunder also, dass von ihm Lampenentwürfe stammen. Der geometrisch strukturierte Stahlausleger allerdings, so vermutet Wolf, ist nicht von ihm: "Das ist nicht unbedingt Jugendstil, sondern eine eher strenge Gestaltung. Wahrscheinlich stammt der Entwurf von Buxbaum." Sollte es tatsächlich so sein, würde die Originalität des Bades dadurch aber keineswegs geschmälert, denn August Buxbaum war der Architekt der 1909 eröffneten städtischen Badeanlage. Die Mitglieder des Altstadtvereins haben sich gestern auf der Baustelle davon überzeugen können, dass Lampen und den vielen anderen feinen Details der Raumgestaltung eine enorme Bedeutung für Darmstadts neues Jugendstilbad zukommt. Zwar musste Heiss immer wieder zum Hilfsmittel alter Fotos greifen, um zu verdeutlichen, wie es in den Anfangsjahren um 1900 ausgesehen hat Zwischen den Gerüsten, Abdeckplanen und den gelagerten Baumaterialien haben die 70 Handwerker und acht Restauratoren allerdings schon erste Flächen nach altem Muster rekonstruiert. Im Vestibül beispielsweise wurde der untere Teil der Säulen mit Stucco lustro verziert, einer dunklen Marmorimitation aus Kalkmörtel. Die obere Hälfte bekommt in den nächsten Wochen ein kräftiges Orange. Auch im Blauen Salon, der Vorhalle zum Herrenbad, deutet sich die bunte Zukunft schon an. Der Raum, das zeigen Farbmuster, wird ultramarin gestrichen, abgesetzt mit orange und braunen Ornamenten. "Das wird vermutlich die extremste Farbwirkung im ganzen Bad sein mit der größten Nähe zum Hochzeitsturm und dem Großherzogszimmer", sagt Heiss. Reihenweise Farben-Fragen Überhaupt Farbe: Welches Rot bekommen die hölzernen Umkleidekabinen im ersten Stock der Männerhalle, welches Blau die im Parterre? In welcher Farbintensität werden die Motive aus der Wasserwelt in den alten Badekabinen nachgemalt? Wie sollen die Restauratoren die reich verzierte Decke im Kassenraum rekonstruieren? Fragen über Fragen, die Heiss zu beantworten hat: "Das Jugendstilbad ist meine größte Baustelle, mit ihr beschäftige ich mich fast jeden Tag." Immerhin, die mächtige Gewölbedecke über dem Männerbecken erstrahlt bereits in neuem Goldocker und mit Graffito Stuckfries, und die umlaufende Balustrade hat ein zartes Hellblau bekommen. Die Außenfassade des Gebäudes ist ebenfalls zur Hälfte getüncht, und die beiden Putten des Bildhauers Heinrich Jost in dem Sandsteinrelief an der Eingangspforte sind gereinigt. Die Kandelaber von Albin Müller stehen am Eingang für die Eröffnung bereit, sicherheitshalber aber noch verschalt. Eigentlich sollte die festliche Eröffnung des Jugendstilbades am 27. September stattfinden. "Der Termin war aber nicht zu halten", sagt Martina Preisher vom Eigenbetrieb Bäder. "Wir haben derzeit noch keinen neuen Eröffnungstermin festgelegt, wollen aber auf jeden Fall vor Weihnachten fertig werden." Da die Aquapark Management GmbH als Betreiber die Eintrittspreise bekanntgegeben hat, ist Darmstadts neues Weihnachtsvergnügen zumindest schon zu kalkulieren: Der Einzelpreis für Erwachsene beträgt bei zwei Stunden Badezeit fünf Euro (Kinder 3,50 Euro), bei vier Stunden sieben Euro (5), die Tageskarte neun Euro (7). Wer den Wellnessbereich mit besuchen möchte, bezahlt 7,50 (5,50) für zwei Stunden oder 12 Euro (9) für die Tageskarte. Der Besuch des gesamten Wellnessbades mit "großer Saunawelt" kostet für Erwachsene wie Kinder elf Euro (zwei Stunden), 13,50 Euro (vier Stunden) und 16 Euro (den ganzen Tag). |
5. February 2008, FAZ.NET Kommentar 05. February 2008 Vielleicht wird man einmal im Rückblick sagen, die Eröffnung des Darmstädter Jugendsstilbads sei nur ein Fanal gewesen. Ein Zeichen, das Größeres angekündigt habe. Ein erster Hinweis auf eine bevorstehende Renaissance. Auf diese Idee könnte man angesichts der Begeisterung kommen, die viele Menschen am vergangenen Wochenende nach ihrem ersten Besuch im restaurierten Bad geäußert haben. Der Kontrast zu Darmstadts anderem Vorzeigebauwerk, dem Darmstadtium, hätte kaum größer ausfallen können. Das Lob hier hat sich in etwa de Waage mit der Kritik dort. Die Politik sollte diese Reaktion der Bürger sorgfältig wahrnehmen, zeigt sie doch, wie tief die Bindung an Darmstadts Jugendstilerbe ist. Vielleicht wird das Wissenschafts und Kongresszentrum ja eines fernen Tages tatsächlich als das Symbolbauwerk des 21. Jahrhunderts wahrgenommen, wie es Oberbürgermeister Walter Hoffmann (SPD) erhofft. Gleichwohl haben die Stadtverordneten klug gehandelt, als sie sich einstimmig vergangene Woche dafür aussprachen, auch die Mathildenhöhe, dieses beeindruckende Jugendstilensemble künftig stärker zu pflegen und gezielt weiterzuentwickeln. Jugendstilbad als Vorbild Denn das was der Darmstädter Denkmalpfleger Nikolaus Heiss in Zusammenarbeit mit Restauratoren und anderen Denkmalpflegern im Jugendstilbad gelungen ist, ließe sich auf der Mathildenhöhe durchaus an anderen Stellen fortsetzen. Ob es sich um das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Haus Christiansen handelt, die verschwundenen Jugendstilgärten, das nur rudimentär rekonstruierte Haus Olbrich oder der Osthang der Mathildenhöhe an diesen und anderen Plätzen liegt der Musenhügel ebenso im Dornröschenschlaf wie das Jugendstilbad all die vergangenen Jahrzehnte. Zur Freude von Heiss gehört, dass das neue Bad für jeden fasslich vor Augen führt, was ein Kuss der Denkmalpflege bewirken kann. Der Weg zurück zu Jugendstil und Künstlerkolonie er ist dank der gelungenen Restaurierung des alten Volksbades keine graue Theorie. |
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4. February 2008, Frankfurter Rundschau Menschen stürmen Jugendstilbad "Gigantisch", "einfach super", "einzigartig", "ein Juwel"! Den ganzen Samstag überschlagen sich die Besucher des Jugendstilbades vor Lob. In drei Jahren hat die Stadt Darmstadt das Gebäude von 1909 für 22 Millionen Euro saniert. Jetzt, drei Wochen vor der Eröffnung, kommen rund 10.000 Menschen zum Tag der offenen Tür. Sie bilden eine Schlange, die mittags fast einmal über den Parkplatz reicht. Erst zum Abend hin verkürzt sich die Wartezeit von fast einer Stunde auf eine Viertelstunde. |
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