Architekt und Generalplaner
aus Überzeugung


Interview mit den Geschäftsführern Michael Krieger, Dr. Christian Kuhn, Jochen Batz und Thomas Kalman


Seit mehr als vier Jahrzehnten gehört das Unternehmen zu den erfolgreichsten im Bäderbau. Warum?

Michael Krieger

„Seit der Spezialisierung auf den Bau von Sport- und Freizeitbädern können wir auf zahlreiche Wettbewerbserfolge zurück blicken und haben bislang über 210 Bäderprojekte realisiert. Wir nehmen weiterhin konsequent an Wettbewerben teil und bewerben uns bei EU-weiten Ausschreibungen in VOF-Verfahren. Dabei treten wir immer wieder als Generalplaner mit hohem architektonischen und – im Sinne unserer Auftraggeber – mit einem wirtschaftlichen Anspruch auf. Wichtig ist uns in dem Zusammenhang Kostentransparenz und Planungssicherheit für unsere Bauherren während des gesamten Projektablaufs. Zu unserer Marktposition trägt ebenfalls eine Kontinuität bei, die aus der Historie heraus gewachsen ist. Dazu gehört, dass wir uns seit über 40 Jahren intensiv mit Bäderplanung beschäftigen. Aber auch, dass wir unser Personal selbst entwickeln, kontinuierlich weiter bilden und damit langfristig halten.“

In der Planung von Freitzeitanlagen haben Sie es überwiegend mit kommunalen Bauherren zu tun. Was sind deren besondere Anforderungen und wie reagieren Sie darauf?

Michael Krieger

„Grundsätzlich gehen wir offen und ehrlich mit allen Fragen der Planung, der Kosten und letztendlich der Wirtschaftlichkeit eines Objektes um. Wir versuchen von Anfang an, die unterschiedlichsten Interessen von Bauherren, Politik, Vereinen, Schulen und nicht zuletzt die der Bevölkerung zu berücksichtigen, um dann für alle Beteiligten das Beste zu empfehlen. Manchmal sind die Wünsche zum Raumprogramm sehr groß, das Budget aber klein, so dass eine Anpassung auf der einen oder anderen Seite notwendig wird. Zur Planungsvorbereitung und -sicherheit in einem sehr frühen Stadium haben wir ganz aktuell einen Konfigurator entwickelt. Diesem liegen Erfahrungswerte für die Produkte Sportbad, Familienbad und Gesundheitsbad zugrunde. So können wir für unterschiedliche Raumprogramme relativ schnell eine gesicherte Grobkostenschätzung abgeben.“

Für die Kommunen haben Sport- und Freizeitbäder inzwischen eine besondere Bedeutung. Wie können Sie dazu beitragen, diese zu unterstützen?

Dr. Christian Kuhn

„Sport- und Freizeitbäder sind für Kommunen zwar ein wichtiger Standortfaktor, der zur Attraktivität des Wohnstandortes beiträgt. Sie sind aber leider auch ein entscheidender Kostenfaktor in den städtischen Haushalten. Dazu kommt, dass sich Verhalten und Bedarf des Badegastes in den letzten Jahren deutlich gewandelt haben. Freizeitbäder mit Erlebnisbecken sind auf dem Rückzug. Auch wirtschaftlich gesehen ist das reine ‚Spaßbad‘ nicht mehr gefragt, weil die Wasserflächen im Verhältnis zur Nutzung zu teuer sind. Es findet also eine Konzentration auf Sportbäder mit Sauna, Wellness und Gesundheitsthemen statt. Hier entwickeln wir die richtige Kombination für den jeweiligen Standort, um den kommunalen Auftrag zur Bereitstellung von Wasserflächen für den Schul- und Vereinssport aber auch die Erwartungen der Badegäste zu erfüllen.

Der Kostendruck der Kommunen wird immer größer. Es geht inzwischen nicht mehr nur um die Frage: Was kostet der Bau eines Schwimmbades? Sondern vielmehr darum: Was kostet mich die Immobilie im Lebenszyklus? Als Generalplaner müssen wir also bereits in einem relativ frühen Stadium beurteilen, wie sich ein bestimmtes Raumprogramm langfristig auf die jährlichen Betriebskosten auswirkt. So führt dies oft dazu, dass diese laufenden Kosten letztendlich das zu planende Raumprogramm bestimmen.

Bei kleineren Kommunen werden wir als Generalplaner oft noch über die Architekten- und Planungsleistung hinaus gefordert. Sofern kein Projektsteuerer eingeschaltet ist, ist unsere Unterstützung auch gefragt, wenn es um das Vergabegeschäft der Bauaufträge geht. Aber auch größere Kommunen schätzen die Zusammenarbeit mit abwicklungserfahrenen Architekten sehr. Manchmal sind sich die Kommunen noch nicht im Klaren darüber: Wie soll das Raumprogramm über das notwendige Wasserangebot hinaus aussehen? Welches Produkt soll schließlich dabei herauskommen? Welcher Personalaufwand muss betrieben werden, um dieses Produkt erfolgreich auf dem Markt einzuführen und langfristig zu betreiben? In diesem Fall sollte eine Standort- und Bedarfsanalyse gemacht werden. Diese kann durch ein externes Beratungsunternehmen, durch den Projektsteuerer oder durch uns erstellt werden. Bereits in dieser frühen Phase arbeiten wir auch schon sehr eng mit unserer Betreibergesellschaft, der DSBG, zusammen.“


Sie verstehen Sich als „Generalplaner“. Was steckt dahinter und was bedeutet das für die Bauherren?

Thomas Kalman

„Der Bauherr hat zunächst einmal durchgängig mit dem Projektleiter einen Ansprechpartner über die gesamten Planungs-, Realisierungs- und Projektabschlussphasen. Anders als bei vielen anderen Planern in Deutschland kommen bei uns tatsächlich alle Planungsleistungen mit Ausnahme der Landschaftsarchitektur aus einem Hause. Gegenüber anderen Projektkonstellationen wie Einzelvergaben ist der große Vorteil für den Bauherrn, dass Kommunikationsverluste deutlich reduziert werden. Das spiegelt sich am Ende in der Qualität und in dem zeitlichen Ablauf eines Projektes wider. Als Generalplaner sind wir eine eingespielte Mannschaft. Dabei geht es nicht nur um die großen Disziplinen wie Architektur, technische Gebäudeausstattung und Tragwerksplanung. Sondern auch um die kleinen Bereiche wie Bauphysik, Brandschutz oder SiGeKo (Sicherheits- und Gesundheitskoordinator). Bei der Mehrheit unserer Aufträge werden wir als Generalplaner eingesetzt. Dies haben wir jedoch leider nicht selbst in der Hand. Die Art der europaweiten Ausschreibung ist zum großen Teil abhängig von der Beratung durch die Projektsteuerer. Unsere Praxiserfahrung zeigt jedoch, dass der Generalplaner-Ansatz der effizienteste und damit erfolgreichste ist.“

Seit Jahren ist Ihr unternehmen verstärkt auch in den Bereichen Dienstleistungs- und Industriebau aktiv. Wie können Sie Ihre Kernkompetenz auf diese Anforderungen übertragen?

Michael Krieger

„Im Dienstleistungs- und Industriebau sind wir schon sehr lange tätig. Mein Großvater Karl Krieger gründete 1932 das Unternehmen mit dem Industriebau. Mit der Übernahme im Jahr 1952 spezialisierte sich mein Vater Dr. Friedhelm Krieger dann auf den Bereich Bäderbau. Unsere Kernkompetenzen, die wir tagtäglich dort unter Beweis stellen müssen, wie Architektur, Tragwerksplanung und Haustechnik konnten wir immer wieder erfolgreich auf die anderen Bereiche übertragen. Aktuell haben wir uns mit dem Thema „innerstädtische Gesundheitszentren“ befasst. Hier sind die technischen Anforderungen ebenfalls sehr hoch, indem beispielsweise spezielle Klimatisierungen und Hygienebedingungen einzuhalten sind. Mit solchen Projekten reagieren wir auf den unaufhaltsamen Trend in Richtung Gesundheit und Wellness nicht nur im Bäderbau, sondern auch in den innerstädtischen Lebensbereichen.“


Als Generalplaner sind Sie verpflichtet, Ihre Auftraggeber in allen Bereichen wie Technik, Recht, Gestaltung etc. zu beraten. Wie stellen Sie die kontinuierliche Qualität Ihrer Leistung sicher?

Jochen Batz

„Eine wichtige Quelle unseres Schaffens ist das Know-how unserer Kolleginnen und Kollegen. Wenn diese daran interessiert sind, ihr Wissen ständig zu erweitern, können wir unserem Auftraggeber eine beständige Qualität von hohem Wert bieten. Wir unterstützen die Mitarbeiter dabei durch Fortbildungsmaßnahmen unterschiedlichster Art: etwa In-House Schulungen mit externen Referenten, Werkbesichtigungen der Baustoffindustrie, Besuch der Fortbildungsmaßnahmen der Kammern, etc. Aber auch der gemeinsame Besuch unserer eigenen fertiggestellten Projekte mit kritischem Blick und Diskussionen bringen jeden Einzelnen von uns in der Entwicklung weiter. Ganz nebenbei wird durch solche Events die ohnehin schon gute Zusammenarbeit verbessert.“

Wie kommen Ihre Entwürfe zu Stande? Sind Bäderprojekte mit anderen Entwurfsaufgaben vergleichbar?

Thomas Kalman

„Die Herangehensweise zu anderen Projekten ist sehr ähnlich. Zu Beginn des Projektes werden die Besonderheit des Ortes, die Historie des Geländes, die städtebaulichen Randbedingungen oder aber auch die Situation des ganzen Ortes untersucht. Aus der Analyse ergibt sich schon oft eine erste Idee, eine Form, ein Leitgedanke. Diesen gilt es dann so überzeugend auszuformulieren und in den Vorentwurf so umzusetzen, dass die vorher bestimmten eigenen Entwurfsprämissen, aber auch die Vorgaben des Auftraggebers verstärkt und weiterverfolgt werden. Wenn wir es dann geschafft haben, die zukünftigen Nutzer, Betreiber oder eben die Politik auf unsere Reise mitzunehmen, steht noch eins bevor: konsequentes Durcharbeiten des Entwurfes bis zur Realisierung, mit allen Details, Farbkonzepten, Ausstattungsmerkmalen. Ist das Thema am Ende des Prozesses dem Gebauten noch abzulesen, haben wir unser Entwurfsziel erreicht.“