Neubau Kombibad Emsdetten

Entwurfserläuterung

Gestaltung der Baukörper

Den Besucher empfängt eine klar gegliederte Gebäudestruktur. Die an das Foyer grenzenden Umkleideriegel von Hallen- und Freibad sind mit dem regional verbreitet eingesetzten Klinkermauerwerk verblendet. Im Gegensatz zu der sonst weitgehend verglasten Schwimmhalle verfügt es über punktuell eingesetzte, großformatige Fensteröffnungen, die ausreichend Tageslicht hineinlassen und die Orientierung der Besucher nach Außen ermöglichen. Der Klinker verkleidet die gesamten, eingeschossigen Anbauten und ist somit auch ein wichtiges Gestaltungselement für das Gebäude. Die Oberfläche ist einerseits widerstandsfähig im Schwimmbadbetrieb, hat verhältnismäßig gute akustische Eigenschaften, bildet die Grundlage für ein wertiges Erscheinungsbild und lässt sich nicht zuletzt mit vielen Materialien kombinieren. Alle Baukörper sind in Massivbauweise (Stahlbeton, Mauerwerk) geplant, nur die Dach-Tragwerke der Schwimmhallen werden als leichte Stahlkonstruktion ausgeführt, um eine wirtschaftliche Konstruktionshöhe zu gewährleisten. Glas-Fassaden sind als Pfosten-Riegel-Konstruktion geplant, integrierte Faltelemente ermöglichen das Öffnen von Teilflächen. Der Anteil der Verglasung an Süd- und Westfassade erhöht die solaren Gewinne. Eine Dreifach-Verglasung würde die Transmissionsverluste reduzieren. Die nicht verglasten Flächen der Schwimmhallen-Fassaden werden mit Aluminium-Tafeln verkleidet. Unterschiedliche Größen, Farb-Nuancen und schräge Kanten ergeben ein abwechslungsreiches Bild. Die Nutzung der Freianlagen wird über die zu öffnenden Faltwände optimiert. Die Anhebung des Gebäudes ermöglicht einen terrassierten Übergang zu den umgebenden Liegewiesen.

Barrierefreiheit
Durch die bessere Vernetzung des Gesamtkomplexes wird die Zugangssituation für Menschen mit Handicap optimiert. Alle Bereiche des Gesamtkomplexes sind barrierefrei zugänglich. Nutzungskonflikte zwischen den Zielgruppen werden durch geschickte Besucherlenkung und -führung vermieden.
Notwendige Einrichtungen für Menschen mit Handicap sind ein wichtiger Aspekt der Planung. In diesem Zusammenhang wird ein Umkleideraum mit 5 unterfahrbaren Hängeschränken und Klappliege im direkten Zugangsbereich des Stiefelgangs angeordnet. Im Anschluss befinden sich eine Rollstuhlwechselfläche und eine Sanitäreinheit mit WC, Waschbecken und Dusche. Die Abmessungen dieser Räume sind DIN-gerecht. Die entsprechenden Erschließungsflure und Türbreiten sind entsprechend der Vorschriften geplant. Die Beschilderung der gesamten Anlage ist auf die Belange von Sehbehinderten ausgelegt, großformatige Piktogramme an den Zugangstüren der einzelnen Bereiche informieren über die Nutzung. Alle Türen im Zugangsbereich von Foyer, Umkleide, Vorreinigung und Schwimmhalle sind mit einer Breite von 1,01m ausgelegt.

Farbkonzept
Die Farbgebung wird durch die Materialien der Außenfassaden geprägt. Anthrazitfarbener Klinker und silbergraue Aluminium-Verkleidung entsprechen einer zeitlosen, zurückhaltenden Architektur. Diese spiegelt sich auch im Gebäudeinnern wieder. Kühles Grau bzw. Silber kontrastiert mit wenigen Farben wie z.B. Gelb-Grün. Alle Bodenfliesen sind in einem hellen Beton-Grau geplant. Farbkontraste bilden die gefliesten Wärmebänke und Einbauten von Ablage-Regalen. Das Planschbecken wird in unterschiedlichen Grüntönen ausgekleidet, die rückwärtige Wand farbig und kindgerecht gestaltet. Auch in der Umkleide und den Nassräumen wechseln sich diese Farbkombinationen in den jeweiligen Materialien ab. Weiße und graue Deckenpaneele unterstreichen das Gesamtkonzept.

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