
Städtebauliche Analyse
Das Planungsgrundstück des neuen Ganzjahresbades ist Teil eines Sport- und Freizeitareals im Süden der Stadt Haren an der Ems. Das Grundstück befindet sich etwa 500m vom Stadtzentrum entfernt, im Übergang zu einem durchgrünten Wohngebiet, einem Campingplatz und landwirtschaftlich genutztem Umland. Begrenzt und gefasst wird das Grundstück nach Norden von der Deichstraße am Haren-Rütenbrock-Kanal und im Süden von der erhöht gelegenen Landstraße 408. Von dieser ist es optisch durch einen bewaldeten Grünzug abgeschirmt.
Überregionale Bedeutung und Bekanntheit erhält Haren als Schifffahrtsstandort: mehr als 20 Reedereien mit rund 300 Binnen-, See- und Küstenschiffen sind hier beheimatet. Das Leben am und mit dem Wasser prägt das Stadtbild und ist in Wirtschaft und Gesellschaft tief verankert. Vier im Stadtgebiet gelegene Häfen organisieren das engvernetzte Treiben zwischen Wasser und Land. Von diesem Alleinstellungsmerkmal der Stadt Haren inspiriert entstand das städtebaulich-architektonische Konzept des zukünftigen Areals:der `Harener Sporthafen´.
Städtebaulich-architektonisches Konzept
Der `Harener Sporthafen´ ist ein Leitbild für die zukünftige Entwicklung des sport- und freizeitorientierten Areals im Harener Süden. Es ist als synergetische und erweiterbare städtebauliche Infrastruktur konzipiert. Städtebaulich ist diese Infrastruktur vom Bautypus des `Hafens´ inspiriert: Um ein zentrales Hafenbecken(a), welches der Anfahrt und Erschließung dient verläuft eine umlaufende öffentliche Promenade(b). Auf ihr empfangen verschiedene Gebäude des sportlichen und öffentlichen Stadtlebens (Ganzjahresbad mit Sauna, den Emsparkstadion, evtl. die zukünftige Stadthalle etc.) den Besucher unter einem gemeinsamen, wetterschützendem Vordach. Dieses Vordach enthält das Nebenraumprogramm und ist der Übergangsbereich für die eigentlichen, städtebaulich präsenten Gebäude(c) wie die Badehalle oder die Stadthalle. Die drei Zonen werden im Folgenden näher beschrieben:
- Das Hafenbecken
Die Mitte des Areals ist der Ankunft des Verkehrs von nah und fern gewidmet. Einem Hafenbecken gleich fahren Fahrzeuge aller Art (Bus, Pkw, Fahrrad, Anfahrt für Rettungs- und Technikfahrzeuge etc.) in sie ein. Der gemeinsame Park- und Erschließungsbereich führt zu Synergieeffekten bei Wirtschaftlichkeit (gemeinsam genutzte Infrastruktur), Kompaktheit (reduzierter Flächenverbrauch) und Benutzerfreundlichkeit (reges Treiben, urbanes Flair). Die bestehende Parkplatz-Infrastruktur kann integriert werden.
- Die Promenade
Den Übergang zwischen dem Hafenbecken und den Gebäuden bildet eine Promenade. Sie dient als umlaufender Vorplatz Personen und Gruppen jeden Alters als sicherer Erschließungs- und Aufenthaltsraum. Ein auskragendes Vordach begleitet die umlaufende Gebäudespange, welche alle Einrichtungen des Sporthafens unter sich verbindet. Es beherbergt Funktionen des Nebenraumprogramms: Empfang der Sportler und Besucher, Wetterschutz, Zugangskontrollen, Kassenhäuschen, Föne, Umkleiden, Vorreinigungen etc.
- Bausteine
Das eigentliche Ziel der meisten Besucher sind jedoch die Gebäude. Sie beherbergen die Kernfunktionen der jeweiligen Gebäude, z.B. im Fall des Ganzjahresbades die Beckenplatte oder im Fall der Stadthalle der gemeinsame Versammlungsraum. Durch ihre Gebäudehöhen sind sie schon von weitem sichtbar, also städtebauliche präsent. An das Vordach sind sie architektonisch und funktional `angedockt´.
Das langfristige, städtebauliche Ziel des Sporthafens ist ein belebter Platz mit urbanem Flair. Dies wird durch das Ensemble der versammelten Funktionen begünstigt. Das dem Sporthafen zugrunde liegende Zonen-Konzept ist auf Flexibilität, Robustheit und Offenheit ausgelegt: Jeder Bauabschnitt (Ganzjahresbad/ Sauna, Sportpark, Stadthalle etc.) funktioniert darin für sich und integriert doch den An- und Ausbau zukünftiger Planungen. Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Das bisher eher zusammenhangslos wirkende Konglomerat aus Sport- und Freizeitanlagen erhält so eine Adresse und folglich städtebauliche Präsenz. Das regional abgeleitete Konzept des Sporthafens wird zum Imagegewinn der Stadt.
Funktionale Abläufe
Auftakt des neuen Harener Ganzjahrebades bildet das zentrale Foyer. Dieser wichtige Auftaktraum erfüllt vielfältige Aufgaben: es empfängt den Badegast, bietet einen Aufenthalts- und Wartebereich, Infotafeln, die Kassentheke und eine kleine Snackautomaten-Ausgabe. Eine großzügige Verglasung erlaubt den Blick auf die Beckenplatte und bereitet auf den Badespaß vor. Der von hier aus beginnende Weg des Badegastes ist klassisch aufgebaut: Hinter der Kasse und der Zugangskontrolle wird der Badegast in ein einfaches und klar ablesbares System aus Stiefelgang – Umkleiden – Barfußgang - Vorreinigung geführt. Nach dem Duschen gelangt er über einen Verteilergang auf die um 45cm abgesenkte Beckenplatte. Der Versprung dient den Besuchern der Orientierung und als Wärmebank. Organisiert ist die Beckenplatte durch ihre Beckentiefen. Diese sind von tief zu flach aufgereiht: Sport – und Sprungbecken – Lehrschwimmbecken- Planschbecken – Rutschenlandebecken. Die Ordnung der Becken nach ihrer Tiefe erhöht die Sicherheit der Badegäste und erleichtert die Badeaufsicht. Auf der Beckenplatte eingestreut sind Sonderfunktionen wie die Textilsauna, den Babywickelraum und die Ruhe- und Liegeflächen.
Eine zentrale Badeaufsicht mit Sanitätsraum hat Blickkontakt auf alle erforderlichen Becken. Diese befindet sich im Anschluss an das Foyer. Im Notfall wird ein Verunfallter so auf kurzem Wege durch das Foyer und über den Vorplatz gerettet. Das Harener Ganzjahresbad verfügt über einen separaten Sportlereingang. Dieser ermöglicht Schulklassen, Gruppen und Vereinen den Zugang zu den Sammelumkleiden ohne nutzerbedingte Konflikte.
Der Betriebshof am östlichen Ende des Ganzjahresbades fügt sich unauffällig in die Abläufe des Sporthafens ein. Ein 2x2m großer Einbringschacht stellt die Verbindung zum Untergeschoss her. Über eine Treppe gelangen Techniker und Badepersonal ins Untergeschoss.
Die Außenanlagen folgen der natürlichen Senke im bestehenden Gelände. Sie gliedern sich in drei Zonen: die unmittelbar am Gebäude befindliche Terrasse geht ebenerdig über in einen Liege- und Ruhebereich mit englischem Rasen. Über eine abfallende Böschung getrennt befindet sich ein Aktiv- und Sportbereich mit verschiedenen Attraktionen wie Spielgeräten, Beachvolleyballfeldern, Tischtennisplatten und einem Fitnessparcours etc. auf einem tiefer gelegenen Höhenniveau.
Optionale Planung – Sauna und Solebecken
Die optionalen Planungen des Harener Ganzjahresbades umfassen eine Sauna und ein Sole-Außenbecken. Der Entwurf des Ganzjahresbades ist so konzipiert, dass diese sind über geringe Umbaumaßnahmen zu späteren Zeiten einfach zu realisieren sind - gebäudetechnisch und den inneren funktionalen Abläufen nach sind alle notwendigen Anschlüsse vorhanden.
Die Sauna befindet sich ganz im Westen des Baugrundstückes. Ihre Süd-West-Ausrichtung zu den Grünanlagen ermöglicht eine optimale Ausnutzung des natürlichen Tageslichtes. Ein weiterer akustischer Vorteil der Lage im Westen ist der Abstand vom trubeligen Emsparkstadion. Die optische Anregung bei akustischer Ruhe ermöglicht den Saunagästen optimale Erholung. Ein Saunagarten ermöglicht weitere Außensaunen im Saunagarten. Die Installation einer zukünftigen kleinen Gastronomie mit Ausgaben zu Sauna, Foyer und Beckenplatte wäre realisierbar.
Das Sole-Außenbecken ist auf der Schnittstelle zwischen Beckenplatte und Sauna angeordnet. Durch diese zentrale Lage kann es von Bade- wie von Saunabesuchern genutzt werden. Verschiedene Wasserattraktionen wie Bodensprudler, Nackenduschen und Massageliegen runden das Angebot des Sole-Außenbeckens ab.
Projektdaten Haren an der Ems
| Kennzahlen | |
|---|---|
| Leistung | Neubau Hallenbad |
| Baubeginn | Januar 2023 |
| Planungsbeginn | September 2020 |
| Fertigstellung | Oktober 2025 |
| Kubatur und Flächen | |
|---|---|
| Brutto-Rauminhalt (m³) | 24.053,80 |
| Brutto-Grundfläche (m²) | 3.811,90 |
| Wasserfläche (m²) | 492,70 |
| Raumprogramm |
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