Städtebau - Leitidee

Das vorliegende Städtebaulich-Architektonische Konzept kann in der Addition zweier simpler Baukörper zusammengefasst werden:

  • Hauptgebäude mit 50-m-Wettkampfbecken und Umkleiden
  • Pavillon mit Vordach, Foyer, Familienbad

Der Pavillon zitiert historische Bautypologien des bestehenden Hallen- und Freibades am Standort. Er überdeckt eine zwischen Innen und Außen durchfließende Erschließung und Badelandschaft aus Kurs-, Kinder- und Freibadbecken. Die Wettkampfhalle wiederum umschließt als auf einer Glasfuge sitzende Haube die Kernfunktion der Versammlungsstätte. Gleichsam lässt ihre Glasfassade den Außenraumbezug zur attraktiven Freibadlandschaft zu. Das Gebäude als Komplex stellt sich im Norden des Grundstückes als Rücken und akustische Barriere zwischen Wohnsiedlung und Freibadflächen im Süden.

 

Äußere Erschließung

Die Stellplätze und deren Zufahrten für den motorisierten Individualverkehr verbleiben an ihren bisherigen Stellen auf dem Baugelände. Die Fußläufige Erschließung erfolgt einerseits dann von den PKW- und Fahrradstellplätzen im Norden und Westen: Die ankommenden werden unter einem großzügigen Vordach vor dem Foyer empfangen – die Blickachsen durch das Gebäude in Richtung Süden und Freibad verlangsamen das Ankommen und stimmen auf das Schwimmen ein. An der Nordfassade werden – mit direkter Zuwegung von der Liepmannstraße und der Bushaltestelle Schüler- und Personaleingang angeordnet. Die Aufstellfläche für die Feuerwehr befindet sich in Verlängerung der PKW-Stellplätze und ist mit der Feuerwehr zu diskutieren. Ein Betriebshof mit Montageschacht an der Nord-Ost-Ecke des Gebäudes sichert ungestörte Betriebsabläufe bei Anlieferung und RTW-Einsätze zu. Die gesamte Äußere Erschließung des Objektes ist aufgrund der vorhandenen Topographie barrierefrei ohne Treppen und Rampen geplant.

 

Innere Erschließung

Aus dem Foyer gelangen aktive Besucher*innen über die Vereinzelungsanlage in die im Erdgeschoss befindlichen Umkleiden: Individual- und Sammelumkleiden sind nach dem bewährten Prinzip der Stiefelgang- Barfußgang-Trennung organisiert. Für beide Bereiche haben die Entwurfsverfasser eigene Dusch- und WC-Anlagen vorgesehen: so kann ein abgestufter Betrieb bei Schwachlastzeiten für Betriebskostenoptimierung (Energie, Reinigung) durchgeführt werden. Die barrierefreien Einrichtungen sind sowohl direkt aus dem Foyer als auch über die Gruppentür der Vereinzelungsanlage erreichbar: gekoppelte Umkleiden und Sanitärräume mit direktem Hallenbadzugang erleichtern Nutzer*innen die Orientierung.

Von den Sanitärbereichen aus erreichen Besuchende über 4 geschlechtergetrennte Zugänge die Beckenumgänge und damit die Badehalle. Auf der Zugangsseite befinden sich bereits die für aktive Sportlerinnen gedachten Tribünenplätze mit Blick auf das Wettkampfbecken.

Besuchende, die zu Veranstaltungen kommen, werden aus dem Foyer in ein großzügiges Treppenhaus geführt. Hierüber erreichen sie die Tribünen im Obergeschoss. Über die gleiche Treppe (Notwendiges THS im Sinne der LBO) erreichen Mitarbeitende des Bades die Verwaltungs- Sozialräume, aber auch Organisatoren von Veranstaltungen können Presse-, Regie- und Cateringräume erschließen. Neben den zwei weiteren Treppenanlagen (ein notwendiges THS im Osten und eine Freitreppe von der Beckenumgangsfläche) befindet sich ein zentraler Aufzug. Somit ist der Zugang von Badehalle auf die attraktive Empore mehrfach ermöglicht.

 

Die Badehallen sind in drei Bereiche akustisch und klimatisch unterteilt:

  • Große Wettkampfhalle mit obergeschossiger Tribüne
  • Kurshalle mit direkter Anbindung an die Freianlagen
  • Eltern-Kind-Bereich mit Anbindung an den Kiosk.

Zu letztem gehört eine schaltbare Multifunktionsfläche: der Raum kann wahlweise der Badehalle zugeschaltet werden oder – etwa bei Wettkampfveranstaltungen – dem Foyer. Die Aufsicht der Hallen ist so organisiert, dass man bei Bedarf aus diesem Raum alle Becken – auch das Nichtschwimmerbecken des Freibades - beaufsichtigen kann. Allen relevanten Bereichen sind auf kurzem Weg erreichbare Geräteräume und sonstige Betriebsräume zugeordnet.

 

Architektur

Eine sachlich-reduzierte Formensprache der Gebäudekörper (Addition von Dachscheibe und Haube) spiegelt sich im gesamten Entwurf wieder. Die rationale Anordnung von Räumen und Raumabfolgen vermeidet Rundungen und Schrägen, ganz in der Tradition des bestehenden Fössebades. Organische und freie Formen tauchen mit Ausnahme des Planschbeckens weder im Innen- noch Außenraum auf. Der Fokus liegt auf Sport, Kontemplation und Wahrnehmung des Außenraums. Die Materialwahl des Tragwerks des Daches betont die von Außen gut ablesbare innere Nutzung: weitgespanntes und sichtbares Holztragwerk über dem Wettkampfbecken, Trägerproportionen und Spannweite wirken großzügig aber ausgewogen. Die niedrigere Kurshalle ist ebenfalls von sichtbaren Holzträgern überspannt: im Pavillon spielt jedoch der das Innen mit dem Außen verbindende Dachüberstand die prägende Sprache. Glasfassaden im Inneren ermöglichen wechselseitige Blickbezüge zwischen den einzelnen Bereichen, aus dem Foyer in die Badehalle: die Badelandschaft geht ineinander über.

 

Projektdaten Hannover - Fössebad

Kennzahlen
Bauherr Landeshauptstadt Hannover, Zentrale Submission für Fachbereich Gebäudemanagement
Brüderstraße 5
30159 Hannover
PlanungsbeginnApril 2025
Raumprogramm
  • Funktionsräume
    • Eingangshalle
    • Foyer/Kassenservice
    • Personal- und Sozialräume
    • Zuschauer Tribüne
       
  • Gastronomie
    • Bistro Hallenbad
    • Foodtruck Freibad
       
  • Wasserflächen Innen
    • Sportbecken, 50m, 8 Bahnen
    • Lehrschwimmen
    • Kinderplanschbecken
       
  • Wasserflächen Außen
    • Erlebnisbecken
    • Kinderplanschbecken
       
  • Außenbereich
    • Terrassen- und Liegeflächen
    • Beachvolleyball
    • Basketballplatz
    • Kinderspielplatz